Italien
Italien 2. Teil:Oktober bis Dezember 2023
20.12.2023 Toskana Deutschland
Hier spricht wieder der Mann. Leider hatte die Frau - wie wahrscheinlich viele von Euch - im Herbst weniger Zeit als im Frühjahr. Daher sind die Einträge ein bisschen sparsamer
gewesen. Ich möchte Euch deshalb hier noch ein bisschen erzählen und mich dann auch um die Bilder kümmern.
Nach dem lauschigen Umbrien kam ich in die Toskana. Mein erster Ort war "Pfarrerei zum heiligen Stefan". Die Italiener haben blumige Namen. Die Strada statale stört die Idylle etwas.
Ansonsten ist nun alles anders: die Toskana liegt in Mitteleuropa. Die Fußgänger gehen über den Zebrastreifen, selbst Mopeds halten an roten Ampeln. Zum Essen gibt es nicht nur
Parmesan zum Würzen, sondern auch Salz- und Pfefferstreuer. Die Italiener bleiben aber vertraut, freundlich, umgänglich wie im Süden.
Ich bin noch 13 Etappen in der Toskana
gelaufen. Das Wetter wurde allmählich spätherbstlich: Regen bei 2°C und Schnee über 1500m. Auch gab es Eisregen in den Bergen, der mich mal wieder davon abhielt zu zelten und
weiter in den Bergen ohne Unterkünfte zu laufen. Daher bin ich dann 3 Etappen parallel zu meinem Weg mit wunderschönen Ausblicken auf die Berge gelaufen. Zumindest, wenn Ausblick
war: im Herbst gibt es bekanntlich auch viel Nebel, der mir wunderschöne Naturschauspiele geboten hat. Diese ersten 10 Toskana-Etappen waren auch von Autobahnen oder größeren Straßen
"begleitet". Ich bin, unter anderem, über den Berg gelaufen, durch den sie in Tunnel durchgeführt wurden. Auch das bot spektakuläre Perspektiven.
Ich erlebte auch mal wieder sehr deutlich, dass die Italiener sich fürsorglich um Kreuzwege kümmern: sie haben Geländer, Treppenstufen und Abstützung gegen den Hang. Andererseits
haben die Wanderwege sehr vernachlässigte Abschnitte, die nur völlig schwindelfrei, trittsicher, ja wagemutig zu begehen sind. Was aber immer durch abwechslungsreiche, wunderschöne
Landschaften entschädigt, ja belohnt wird. Auch gab es in der Toskana mehrere Notunterkünfte in den Bergen, die mich von ihrer Qualität sehr beeindruckt haben.
Am letzten Wandersonntag hatte ich Kaiserwetter: durchgehend blauen Himmel, Blick auf schneebedeckte Gipfel knapp unter 2000m hoch und ein schöner Weg parallel zum Kamm am Hang
entlang. Das war auch einer der sehr wenigen Tage, an denen ich Wanderern begegnet bin. Also Tagesausflügler. Diesmal habe ich wirklich nur einen Weitwanderer wie mich getroffen,
der aber wohl Profifußballer war und sich anstatt mit Joggen mit Wandern fit halten wollte.
Leider kam nun 3 Tage vor meinem geplanten Wanderende ein unangenehmer Knieschmerz: in meinem nicht operierten Knie. Ich vermute, dass ich unbewusst doch eine Art Schonhaltung
einnehme. Dadurch belaste ich das Knie stärker und zusätzlich muss es die Aufgaben übernehmen, die das operierte Knie nicht erledigen kann. Jedenfalls war der letzte große Wandertag
ziemlich geprägt von zwar erträglichen, aber doch entscheidenden Schmerzen. So fasste ich am selben Tag den Entschluss, hier die Wanderung abzubrechen. Da ich vorsorglich schon die
Unterkünfte der nächsten Tage gebucht hatte, plante ich 2 Busfahrten und die Heimreise.
Ich fuhr dann noch mit dem Bus in den Ort, den ich 2 Etappen später erreicht hätte. Nach 2 Monaten Italien und nunmehr 10 Monaten Wanderung insgesamt, wollte ich ein sanftes
Ausgleiten und kein abruptes Ende des großen Abenteuers haben. In dem Ort Abetone übernachtete ich 2 Mal und nutzte den letzten Tag noch, um wenigstens ohne Rucksack noch mal zum
Pass in 1860m auf zu steigen, um mir den Zustand des Wanderweges im Dezember genauer anzusehen. Es lagen Schneereste, teilweise vereist auf einem ansonsten aufgeweichten, aber
gangbaren Weg. Es regnete den ganzen Vormittag, so dass ich nach 2 Stunden bis auf die Haut nass und durch den Wind - so bald ich stehen blieb - auch ordentlich ausgekühlt war.
Also kehrte ich 200m vor Erreichen des Gipfels um und freute mich auf die warme Dusche in der Unterkunft.
Danach folgte noch ein kontrastreicher Besuch der Hafenstadt Genua: viele Menschen, Autos und Weihnachtsschmuck bei 16°C am Mittelmeer. Der Name leitet sich übrigens vom
lateinischen Begriff für "Knie" ab, weil der Küstenverlauf dort einem solchen ähnelt. Wie passend.
Die abschließende Fazit ergab, dass ich 977km gelaufen bin und dabei 977 Fotos gemacht habe. Als hätte ich es geplant. Nun wird also ordentlich aussortiert und vielleicht 100
Sehenswerte übrig gelassen.
Mein Plan ist Anfang 2024 die ausgewählten Fotos mit kurzen Kommentaren hier eingestellt zu haben. Es bleiben außer unvergesslichen Erinnerungen auch noch ein bisschen was zu tun.
28.11.2023 Umbrien
Der Mann wird morgen seine Reise durch Umbrien abgeschlossen haben und kommt in die Toskana.
Er war mit den Wegen in Umbrien sehr zufrieden, sie waren zu einem großen Teil gut beschildert und gerade die letzten km freigeschnitten.
Einige Nächte hat er im Zelt geschlafen, einmal an einem Refugio, an dem er den Besitzer traf. Der war erst sehr misstrauisch, weil bei ihm eingebrochen wurde,
dann wurde er aber sehr nett
und hat ihm einen guten Zeltplatz auf dem Gelände zugewiesen. Im Windschatten! Das Refugio selbst renoviert er gerade.
Den ersten Schneefall gab es letzte Woche, gemeinsam mit stürmischen Wind. Der Mann war nicht sehr fröhlich und verlegte den Wanderweg, um nicht auf der Spitze des Berges zu laufen.
Kurz lang klang es so, als überlegte er früher zurück zu kommen. Doch am nächsten Tag gab es wieder Sonne und er ist weiterhin fröhlich unterwegs.
Wann immer es geht, versucht er sich eine Unterkunft zu buchen. Die Abende sind sehr lang, will er das Zelt bei Helligkeit aufbauen. Es ist dann zu kalt
um sich außerhalb des Schlafsacks aufzuhalten. Er verbringt seine Zeit mit Podcasts und damit mit mir zu telefonieren.
Was gab es sonst noch für Highlights: ER kommt gut voran, heute hat Er Wild gesichtet, vor ein paar Tagen einen anderen WANDERER! der wie er mit schweren Gepäck unterwegs war.
Er hat einige Male sehr gut gegessen und
schwärmt von der Landschaft und den Ausblicken. Er hat Postkarten geschrieben und ein Paket mit den Dingen nach Hause geschickt, die er im Winter wirklich nicht mehr braucht:
Mückenschutz und Sonnencreme, aber auch das Objektiv seiner Kamera, was wahrscheinlich repariert werden soll und ein Buch war mit im Paket.
Die nächsten Tage oder Woche wird er sich Florenz nähern, um die Stadt geht er östlich in einem großem Bogen herum. Über 700 km ist er jetzt unterwegs.
Er bleibt in den Bergen, so dass er davon ausgeht, von den Überschwemmungen, die die Toskana im Herbst heimgesucht haben nicht betroffen zu sein.
18.11.2023 Rom und Ruinen
Was gibt es neues aus Italien: Eine Menge ist passiert. Der Mann hat die Abruzzen hinter sich gelassen. Er hat vorher einen außerplanmäßigen Abstecher nach Rom gemacht.
Nicht um sich die Stadt anzusehen, seine Kamera hatte ein Problem und er brauchte ein neues Objektiv, um weiter schöne Fotos machen zu können.
So war er nur wenige Stunden dort - hat gefunden, was er suchte und ist wieder zurück gefahren.
Der Mann ist dann durch Latinum Nord. Hier war vor einigen Jahren eine Serie von schweren Erdbeben. Zusätzlich zu den meist sehr überwucherten Wegen, sind die Wege
zum Teil einfach nicht begehbar, weil sie noch nicht in Stand gesetzt sind. Ein Vorteil ist es, dass zuletzt im September ein Wanderer unterwegs war und viele Kommentare hinterlassen
hat. Mein Mann hat sich entschieden eine der schwierigen Passagen auf der Straße zu umgehen. Dabei hat er dennoch schöne Wege mit schöner Aussicht gefunden und
ist wie immer begeistert von der Landschaft.
Bei Amatrice sind viele Wege neu bezeichnet und in einem sehr guten Zustand, so dass er ganz sehr zufrieden ist mit der Wegführung.
Der Mann hat einen kurzen Wandertag eingelegt um Wäsche zu waschen und die Zeit genutzt, um sich mit einigen Einheimischen zu unterhalten. Sie sind alle noch sehr betroffen vom Erdbeben.
Heute führt sein Weg durch Accumoli. Hier war das Epizentrum des Bebens und der Stadtkern ist eine einzige Ruine. Ich kann es mir noch nicht richtig vorstellen, aber es muss
schlimm aussehen. Überall sind Absperrungen und die Wege versperrt.
Wenn er gut vorwärts kommt, wechselt der Mann heute noch die Region und kommt nach Umbrien. Das Wetter ist sehr gut zum Wandern, kühl, trocken und sonnig.
Angesagt ist in ein paar Tagen Regen, in der Region, in der er jetzt ist, sogar Schnee. Sein Rucksack ist voll mit Lebensmitteln, durch die Erdbeben ist vieles an Infrastruktur zerstört
worden, so dass er nicht davon ausgeht, immer einen Laden oder eine Unterkunft zu finden. Da sorgt er lieber vor.
Der Mann hat nächste Woche Bergfest. Dann ist die Hälfte der Zeit um, wenn er pünktlich am 24.12. Abends unter dem Weihnachtsbaum sitzen möchte.
Er hat als Auflage so früh zu Hause zu sein, dass er genug Zeit hat, die Patina und den Geruch von 60 Tagen Wanderung abzuwaschen und seine Haare so zu frisieren,
dass er wiederzuerkennen ist. Er ist jetzt über 500 km gelaufen und schafft, wenn das Wetter und der Weg mitspielt, nochmal so viel. Vor allem dann, wenn er nicht wieder
tagelang seinen Rucksack einsperrt. Umbrien hat 11 Etappen. Wenn er die geschafft hat, kommt er in ein besser ausgebautes Wandergebiet. Doch in der Toskana war vor kurzem Hochwasser,
und es ist unklar in welchen Zustand sich die Wege befinden.
2.11.2023 Es geht vorwärts!
Die letzten Tage ist der Mann gut vorwärts gekommen. Es war warm, manchmal zu warm, Regen gab es auch immer mal zwischendurch. Der Mann ist sehr zufrieden mit seiner Leistung.
Jetzt ist er schon in Sora. Etwa 110 km südöstlich von Rom. Der Mann wird nicht nach Rom wandern, sein Wanderweg geht durch die Berge.
In der Landschaft sind sehr viele Olivenhaine, Palmen und Kakteen. Die Kakteen sind mehr als 3 Meter hoch. Sehr südländisch sieht es aus, sagt er.
Ich freue mich auf die Fotos und bin ein bisschen neidisch, hier wird es zunehmend kalt, windig und dunkel.
Mein Lieblingsmensch lässt es sich gut gehen. Er schläft überwiegend in Ferienwohnungen, damit er regelmäßig eine Dusche hat.
Der Mann war immer wieder gut essen, einmal hatte er sehr nette Vermieter, mit denen er sich beim Frühstück ausführlich unterhalten hat. Auf Italienisch natürlich - dass funktioniert immer besser.
Er bekommt immer wieder frische Früchte angeboten: Feigen gibt es jetzt und Kaktusfrüchte. Die Beschreibung der Frucht klingt abenteuerlich, oval mit Stacheln in pink.
Er hat seine Hose nähen gelassen, hoffentlich hält sie jetzt bis zum Ende seiner Reise.
26.10. Abenteuer und Planänderungen
Diese Woche hatte es in sich. Angefangen mit viel Regen, wurde es dann windig. Ok zwischendurch war auch schönstes Wanderwetter. Eigentlich war er am Dienstag gut eingelaufen
und völlig motiviert gut vorwärts zu kommen.
Doch dann stand er auf einem steilen Berg, sein Weg nicht mehr markiert und nicht zu erkennen und abschüssig. Der Mann hat sich an sein Versprechen erinnert,
gut auf sich aufzupassen und keine Unfälle zu riskieren
und ist umgekehrt. Gut so!
Weniger gut war, dass er mit seinem Vermieter von der letzten Übernachtung sprach, ob er wieder kommen darf, dieser es ihm zusagte hat
und er in Erwartung,
dass er in die Ferienwohnung kann schon mal seinen Rucksack dort abgestellt hat. Eine Stunde später, sagte der Vermieter dann doch ab. Der Mann wollte seinen Rucksack holen
und musste feststellen,
dass die Tür hinter dem sein Gepäck stand geschlossen war und nicht mehr zu öffnen. Natürlich war keiner zu erreichen, der einen Schlüssel gehabt hätte.
Alle anderen Hotels im Dorf waren geschlossen oder ausgebucht, nichts zu machen. Zumindest hatte er Geld dabei und konnte Essen gehen.
Eine Decke hat er auch bekommen, dennoch war die Nacht im Hausflur eher kalt. Sein Schlafsack und die Isomatte im Rucksack hinter der Tür und gesichert.
Auch am nächsten Tag konnte er keinen finden. der einen Schlüssel für die Tür hatte, der Hausmeister hatte seinen freien Tag und war nicht vor Ort.
Der Mann ist dann ins nächste Dorf und hat in einer schönen warmen Ferienwohnung übernachtet. Sein Rucksack, gut eingeschlossen hat er zurück gelassen.
Heute hat es dann geklappt. Er hat seinen Rucksack abgeholt und ist weiter gewandert. Denn Berg mit dem steilen Abstieg ausgelassen und den E1 verlassen.
Morgen ist er wieder zurück auf seinem Wanderweg. Er kommt dann in eine neue Region: Molise
Erinnert ihr euch an die Schuhe, von denen mehrere Paare Schwierigkeiten gemacht haben, weil sie einfach zu sehr abgenutzt wurden? Jetzt ist seine Hose gerissen.
Einmal quer über seinen Hintern ist sie jetzt genäht und getappt. Man sehen, ob noch eine neue her muss, bis er wieder zu Hause ist...
20.10.Der Mann läuft weiter
Heute geht es richtig los. In Italien ist der Mann schon seit Donnerstag. Der Besuch in Deutschland war-für mich- viel zu kurz,
zwei Wochen war er bei mir, dann seine Familie besuchen und Mittwoch wieder unterwegs. Die Fahrt nach Italien hätte weniger als 24 Stunden gedauert, er hat sich aber entschieden
Neapel anzuschauen. Gestern Abend dann noch die Anreise nach Telese Therme, den Ort wo er nach der letzten Wanderung geschlafen hat.
Und kaum losgelaufen - fängt es an zu regnen. Der Mann ist jetzt schon nass, kaum unterwegs... So kennt er Italien. Es ist noch wärmer als hier.
Die Landschaft ist nach wie vor schön, die Vegetation hat sich geändert, einige Blüten gab es im Frühjahr noch nicht und
die Bäume tragen Früchte. Die Oliven und die Feigen sind fast reif.
Seine Wanderung wird dieses mal bis Weihnachten dauern, Dann soll oder will er wieder zu Hause sein. Wie weit er kommt ist noch nicht geplant. Das hat er gelernt,
meistens kommt doch etwas unvorhergesehenes dazwischen, die Wegverhältnisse, das Wetter, die eigene Gesundheit... Ich wünsche Ihm gutes Vorankommen. Weihnachten wird er noch nicht mit dem E1 fertig sein, geplant ist, dass seine "Auszeit" von der Arbeit dann zu Ende ist.
Dänemark, Schweiz und Norditalien werden dann in die nächsten Urlaube verschoben.
Italien 1. Teil: März bis Juni 2023
26.6. Zurück aus Italien
Mittlerweile bin ich seit dem 8. Juni wieder zu Hause. Zwei Wochen früher als geplant. Leider wurde ich auch diesmal durch einen - wenn auch viel kleineren - Unfall
Da der Waldboden durch den vielen Regen so aufgeweicht war, bin ich im Schlamm ausgerutscht. Weil ich aufgrund fehlender Markierung das Navi in der Hand halten musste, konnte ich
mich nicht mit den Stöcken abfangen und bin auf einen großen Stein gefallen. Um den Aufprall abzufangen, habe ich versucht meine Hände hinter den Körper zu bekommen. Dabei
bin ich direkt auf ihnen gelandet und habe sie mir entweder geprellt oder verstaucht. Jedenfalls konnte ich mich mit der rechten Hand nur schlecht auf dem Stock abstützen.
Ich habe dann versucht, noch die letzten 8km bis zum nächsten Ort - Solopaca - zu gehen. Da der Weg in einem "Hang" endete, wo ich mich ca. einen Meter hätte hinunter hangeln
müssen, was ich nicht konnte, bin ich den ganzen Abschnitt am nächsten Tag zurück gelaufen. Also war ich Montag Nachmittag im übernächsten Ort Telese Terme. Dort wollte ich in
einem Hotel die letzten 2 Nächte verbringen, von Italien (für's erste) Abschied nehmen, meine Rückreise organisieren, Proviant für Reise besorgen und ein paar Reisemitbringsel besorgen.
Direkt nach dem Sturz war mir klar, dass hier mein Italienabenteuer enden würde. Mit einer Hand, die nicht richtig funktioniert, kann man nicht Wandern: ich konnte mich nicht festhalten,
nicht den Schlafsack in den Rucksack stopfen, keine Konservengläser öffnen.
Erst war ich sehr traurig. Dann kam aber doch immer mehr Zufriedenheit auf: ich habe immerhin 1500km geschafft, also ein bisschen Mehr als die Hälfte der Strecke, die ich in Italien
wandern will. Dabei bin ich wunderschöne Landschaften durchlaufen, habe tolle Blumen, Ausblicke, Schmetterlinge, Wildschweine und Bauten gesehen. Ich habe jede Menge freundliche, nette,
angenehme, mal interessierte, aber nie aufdringliche und immer hilfsbereite Italiener kennen gelernt. In den Restaurants habe ich vorzügliches, aber immer bezahlbares Essen genossen,
dass auch noch immer glutenfrei war. Meine Knie habe ich zwar gespürt, aber sie haben mich immer zuverlässig die teilweise steilen, oft hohen Berge, auf mitunter schwer begehbaren
Wegen, auf und ab getragen.
Außerdem habe ich mehr als 2800 Fotos gemacht, von denen ich schon 240 sehr gute ausgewählt habe. Ich möchte die Auswahl noch auf etwa 100 Bilder reduzieren, aber tue mich damit noch ein
bisschen schwer. Es sind also wirklich viele gute Fotos dabei. Euch möchte ich aber trotzdem nur die aller besten zeigen. Daher wird die Auswahl noch etwas auf sich warten lassen.
Noch 2 kleine Anekdoten: ich hatte in Italien immer großen Respekt vor Zecken, hatte aber keinen Biss. Eine Woche in der Eifel und ich hatte einen Zeckenbiss. Genauso mit den Hunden:
Ich hatte vor Italien Respekt, ja sogar etwas Angst, vor kleffenden, anspringenden freilaufenden Hunden. In Italien blieb es beim laut bellen mit immer etwas Abstand. Auch in
Gruppen von bis zu 6 Hunden konnte ich das gut ertragen. Aber nur eine kleine Wanderung im Wald in der Eifel und der Hund des neuen Nachbarn bellte nicht nur, sondern sprang mich auch
mehrfach an.
Es leben die Vorurteile und Ihre Widerlegung.
Freut Euch mit mir auf meine nächste Wanderung im August und September, um in Schweden und Norwegen die fehlende Lücke zu schließen und danach dann noch 3 Monate in der nördlichen Hälfte
in Italien.
27.05. Der Sommer kommt...
Nun, der E1 erweist sich als sehr beschwerlich. Zugewachsene Wege, Zäune die er überklettern muss, schlechte Markierung. Mein Lieblingsmann kommt schlecht voran.
Regen gibt es immer noch regelmäßig, die Temperaturen werden wärmer. Der Mann ärgert sich über die stiefmütterliche Markierung des E1 und das damit verbundene langsame Vorwärtskommen.
Die schöne Landschaft lohnt sich, und er kann erahnen, warum der Weg dort langgelegt wurde. Er erzählte, dass er jetzt über 70 Tage unterwegs ist
(ich habe nicht nachgezählt - ihr könnte es ja prüfen).
Das Wandern und der Weg macht ihm nach den 1324 km, die er jetzt hinter sich hat immer noch Spaß und er ist fröhlich motiviert, weiter zu laufen - so lange seine Schuhe noch mitmachen.
Tatsächlich sind sie jetzt so durch, dass er Nägel spürt, wo früher keine waren und er kein Vertrauen mehr hat, dass sie noch weiter halten.
Seine anderen Sachen geben auch langsam auf. Die Regenhose hat Löcher von den Brombeerranken, seine Wanderhose musste er auch Nähen und am Riss mit Tape verstärken.
Seine Kameratasche hat den Geist aufgegeben, die Kamera muss jetzt bei Regen im Rucksack verbleiben.
Er läuft jetzt etwa auf der Höhe von Salerno, deutlich weiter östlich.
Für den Abschnitt in Kampanien sollte er jetzt noch knapp 2 Wochen brauchen, wenn die Wege etwas besser werden und nichts dazwischen kommt.
(Heute wollte er die Bundesligaentscheidung hören und deshalb in der Nähe von Dorf und Netz bleiben.)
Dann nochmal 6 Tage bis zur nächsten Stadt, in der ein Bahnanschluss ist. Und dann geht es jeden Tag etwas näher an Rom ran. Nicht jede Etappe bietet sich an, um nach Hause zu fahren,
aber mein Lieblingsmensch meint, es gibt ein gutes Busnetz und er kann jederzeit aufhören, wenn beispielsweise seine Schuhe nicht mehr halten....
In etwa 4 Wochen kommt er auf jeden Fall zurück, dann haben wir hier zu Hause Ferien, die wollen wir gemeinsam verbringen - ich freue mich auf ihn und auf die Fotos die er mitbringt.
20.05. Regen, Regen, Regen
Es regnet in Italien, nicht ganz so schlimm, wie in den Nachrichten berichtet wird. Dennoch hat es seit letzten Montag 3 Tage durch geregnet. Auch in Süditalien sind die Flüsse zum
Teil über die Ufer getreten, es gibt Erdrutsche und auf den Wegen ist teilweise so viel Wasser, dass er knöchelhoch durchwaten muss. Er hat seine Route
anpassen müssen. Einen Tag, den er auf schmalen Pfaden einen Berg erklimmen wollte, hat er durch eine lange Strecke auf der Straße ersetzt.
Dann ist er nur eine kurze Etappe, 7 km bis zur nächsten Unterkunft, gelaufen. Hat ihm gereicht, 2 Stunden laufen bei dem Wetter und alles ist nass. Beim Laufen findet der Mann es
nicht so schlimm. Aber so bald der Mann stehen bleibt, wird es kalt. An Pausen nicht zu denken.
Heute dann endlich mal besseres Wetter. Der Weg beschwerlich, er musste einen recht steilen Weg runter klettern, der Boden aufgeweicht und rutschig. Schön ist die Landschaft.
Heute Abend dann wieder: REGEN - diesmal mit Wind. Der Lieblingsmensch ist in einer schönen Unterkunft untergebracht.
Oft ist noch keine Saison, die Zimmer nicht geheizt und es dauert bei dem Wetter bis er seine Sachen wieder einigermaßen trocken hat. Gut wenn er etwas anderes als das Zelt
zum Übernachten hat, sonst würden ihm Schwimmflossen wachsen und er seine Sachen nicht wieder trocken bekommen.
Der Mann ist jetzt wieder auf dem E1 unterwegs. Gut, er geht erst einmal die gleiche Strecke wie der Sentiero, irgendwann gehen sie auseinander. Er ist also jetzt in Kampanien.
Ursprünglich hatte er nicht gedacht, mit seinem Knie überhaupt so weit zu kommen. Die Folge davon: er hat nicht genügend Etappen auf sein Navi geladen. Jetzt probiert er, mit dem
Handy zu navigieren.
Ich glaube, er muss sich erst einmal umstellen. So oft den falschen Weg genommen, wie die letzten 2 Tagen, hat er bisher selten (oder es war Zufall, dass ich es mitbekommen habe).
13.05. Das Wetter und der Weg
Letzte Woche Donnerstag hat der Mann die 1000 km Marke überschritten. Kalabrien waren gut 600, dazu Sizilien 380, jetzt die ersten 20 in Basilikata. Die letzten Tage ist er nicht
gut voran gekommen.
Der Weg geht durch Nationalparks, zum Teil ist er schlecht markiert oder überwuchert. Meistens mit Brombeeren. Viele Berge gibt es zu erklimmen,
bis zu 2000 m hoch muss er immer wieder.
Schwieriger findet er jedoch die umgestürzten Bäume. Die liegen oft quer auf dem Weg und müssen mühsam um klettert werden.
Ein paar Tage war er mit einem anderen Wanderer unterwegs. Eine willkommene Abwechslung. Auch ein deutscher Weitwanderer, man hatte sich viel zu erzählen.
Er hat keinen Waschtag eingelegt und ist jetzt schon ein paar Tage voraus.
Sorgen machen meinen Lieblingsmensch das Wetter. Es hat viel geregnet die letzten Wochen, Italien ist für die Jahreszeit eher zu nass. Die Wege sind matschig und aufgeweicht,
bei uns hier ist es ähnlich und ich habe gestern die Erfahrung gemacht auf dem nassen Lehmboden einfach wegzurutschen und im Matsch zu landen. Schon mehrfach ist dem Mann das Gleiche
passiert.
Jetzt sagt der Wetterbericht für Dienstag 100 Liter Regen voraus. Er hatte geplant, eine Etappe in den Bergen zu gehen, eher auf einem schmalen Steig, als auf einem richtigen Weg.
Unterkünfte sind nicht zu sehen, was also tun? Einen Tag vorher schon etwas suchen und dann mehrere Tage Pause machen? Einfach weiter laufen und wenn es wirklich nicht gut aussieht,
die Route über die Straße verlegen? Darauf hoffen, dass sich der Wetterbericht ändert? Gut möglich 4 Tage vorher, nur planen müsste er jetzt schon, wenn er eine Unterkunft finden möchte.
Natürlich könnte er auch einfach spontan sein und bei sehr schlechtem Wetter im Zelt bleiben - Nur es ist ein sehr kleines Zelt, und was soll man 24 Stunden tun,
wenn man nur auf einem Platz sitzen kann? Handyempfang gibt es nicht überall, kochen im Regen geht schlecht, Tagebuch schreibt er eine Stunde und selbst
Hörbücher kann er nicht dauerhaft hören, um seine Stromreserven nicht aufzubrauchen. Zu lange darf so eine Zeltpause nicht dauern, damit seine Strom, Essen und Wasservorräte
nicht zu Ende gehen. Ich bin gespannt, wofür er sich entscheidet.
Was ich noch nicht erzählt hatte, hier wird in den Medien gerade viel über den Eichenprozessionsspinner gesprochen. Als er erst ein paar Wochen unterwegs war, noch auf Sizilien,
hatte er ebenfalls Probleme mit Spinnern, die waren vor allen in den Kiefernwäldern, und obwohl er sich von den Bäumen fern gehalten hat, hat er genug Brennhaare abbekommen,
dass sein ganzer Rücken gejuckt hat. Zecken hatte er mittlerweile auch schon. Nicht nur die großen wilden Tiere können unangenehm werden, wenn man draußen unterwegs ist...
07.05. Im Wald der wilden Tiere
Die letzten 4 Tage ist der Mann durch ein nicht besiedeltes Gebiet gewandert. Ohne Handyempfang, ohne Dörfer. Parallel zur Küste im Gebirge. Erst mit feuchtem Wetter, dann mit Nebel und
Sonne. Dann gab es noch ein Erlebnis mit Hunden. Er hatte früh in einer windgeschützten Senke sein Zelt aufgebaut, als einige Zeit später eine Herde Schafe mit ihren Begleithunden ihr
Nachtquartier neben dem Zelt aufschlugen. Der Mann erzählte, er hat sich noch nie so gut bewacht gefühlt, wurde doch jeder Toilettengang mit bellen kommentiert. Einen Schmetterling hat
er aus dem See gefischt, hoffentlich hat er es überlebt. Immer wieder erzählt der Mann von Schmetterlingen, die er vorher noch nie gesehen hat. Die Landschaft fängt an immer vielfältiger
zu blühen.
Der Mann rennt geradezu, dass heißt er nimmt sich natürlich immer wieder Zeit für Pausen und Fotos. Dennoch läuft er jetzt etwa 28 km am Tag, und dass bei etlichen Höhenmetern,
er ist also auf seiner früheren Leistungsfähigkeit wieder angelangt. Über Schmerzen in den Füßen und Beinen klagt er nicht mehr, nur der Rucksack wird manchmal schwer und muss umgeschichtet
werden. Etwa 60 km hat er noch in Kalabrien. Einen Pausentag mit Waschmaschine hat er noch geplant - Donnerstag müsste er in Basilikata sein. Dann ist er in etwa 1 Monat 600 km gelaufen.
Er hat sich verliebt in die Landschaft Italiens, in das Essen und die freundliche Hilfsbereitschaft der Menschen. Das einzige was er nicht versteht, ist der Umgang mit Müll.
Immer wieder sieht er Müllentsorgung im Wald. Sogar ganze Autos liegen einfach im Wald herum und rotten vor sich hin. Unverständlich für ihn, warum die Menschen die Landschaft
nicht mehr schützt, ist deren Schönheit doch das Kapital, das die Touristen anlocken kann.
Wildschweine hat er getroffen. Ohne dass sie ihn angegriffen hätten. Ich glaube jeder Wanderer weiß, dass vor Wildschweinen am häufigsten gewarnt wird, auch in Italien ist der ständige Rat, "halte dich von den Schweinen fern". Er traf gleich 2 Rotten, eine mit Frischlingen. Immer wieder erzählt der Mann von Schmetterlingen, die er vorher noch nie gesehen hat. Die Landschaft fängt an, immer vielfältiger zu blühen.
30.04. Frühling im Norden, Schnee in Italien
Der Mann berichtet, dass er heute durch Schnee läuft. Nachts ist es immer noch frostkalt, und "auf dem Berg", er ist gerade auf ca. 1900 m Höhe, wandert er durch knöchelhohes Weiß.
Er ist begeistert von der Landschaft, den Ausblicken. Seine Strecke führt durch einen Nationalpark. Buchen und Kiefern wechseln sich ab und er sieht immer mehr Tiere. Klar seine
Schmetterlinge, aber jetzt auch größere Tiere wie beispielsweise einen Marder, einen Hirsch, Füchse. Wenn er Glück hat, lassen sie sich fotografieren. Manchmal hört er welche, wenn
er im Zelt ist. Groß und gefährlich hören sie sich an. Vom Wolf hat er bisher nur die Spuren entdeckt.
Er hat einen Pausentag gemacht um sich Catanzaro anzusehen. Dort gibt es eine Schienenseilbahn, die er sich ansehen wollte. Der Zug der nach unten fährt, zieht den Anderen nach oben.
Catanzaro ist die "Hauptstadt" von Kalabrien. Der Mann war stark beeindruckt, als er am Hause des Staatsanwaltes vorbei kam, der gegen die Mafia ermittelt. Stark bewacht und gesichert.
Er berichtete von einem Marienfest, zu dem aus allen Richtungen die Menschen zum Festplatz angereist sind. Es war stürmischer Wind,
so dass die Zelte und Pavillons wegwehten und er das Festgelände schnell verließ, bevor er etwas auf den Kopf bekommt. Das war auch der Tag, an dem er auf einem Grad lang klettern musste.
Mit den Händen an den Felsen festhaltend.
Er ist noch etwa 10 Tage in Kalabrien, Ende Mai ist er wieder auf der E1 Strecke. Die nächsten Tage geht er in Schlangenlinien um Cosenza herum. Eine große Stadt, die er aber nicht
besuchen wird. Dann geht es endlich nach Norden.
Wenn er so vom Schnee berichtet, denke ich es war vielleicht ganz gut, dass er erst später im Jahr nach Italien gekommen ist, als in seiner ursprünglichen Planung.
Ich habe damit nicht gerechnet, dass Italien so frostig ist, ganz anders als die derzeitige Hitzewelle in Spanien. Hier zu Hause ist mittlerweile Frühling.
Und sonst? Sein Knie macht gut mit und ist deutlich besser geworden. Sein Italienisch reicht mittlerweile für einfache Unterhaltungen. Noch kommt er regelmäßig an Cafés und
Restaurant vorbei und lässt es sich gut gehen. Er schläft nicht mehr so oft im Hotel, weil er so seine Etappen besser an sich anpassen kann. Meistens läuft er zwischen 20 und 25 km.
1200 Fotos hat er bereits gemacht, glorreiche, wunderschöne und spektakuläre - sagt der Mann. Ich bin gespannt.
22.04.
Die Serie des kaputten oder fehlenden Materials reißt nicht ab. Diesmal hat sein Solarpaneel seinen Geist aufgegeben.
Er ist darauf hin in das nächste größere Dorf um sich eine Powerbank zu besorgen, damit seine Stromversorgung immer gesichert ist.
Das Wetter war ein paar Tage nass. Eine gute Temperatur um zu wandern, dafür sind jetzt die Wege aufgeweicht und matschig.
Eigentlich ist Calabrien wohl eine der trockenen Regionen in Italiens. Der "Sentiero" geht von Dorf zu Dorf, so dass er in der Regel einen trockenen Schlafplatz finden kann.
Mittlerweile läuft der Mann auch wieder auf der Route die ich verfolgen kann. Aus irgend einem Grund gibt es zwei Versionen der GPX Dateien, er hatte die längere mit.
Er hat zwei deutsche Mitwanderer getroffen, sie sind eine Etappe gemeinsam gewandert und haben sich dann sogar die Unterkunft geteilt. Er fand es eine nette Abwechslung,
jemanden zum Unterhalten zu finden und sie waren gemeinsam Essen (glutenfreie Pizza).
Und die Landschaft? Wenn er Sicht hat, gibt es häufig Stellen, wo der Mittelfuß von Italien so schmal ist, dass er auf beiden Seiten bis zum Meer schauen kann.
Er genießt die Aussicht und jetzt wo es wieder wärmer und trockener wird, kommen die Tiere wieder hervor, Schmetterlinge, Echsen, Salamander und Schlangen...
Neulich hat er einen Hund getroffen, der sich ihm angeschlossen hat und ein paar Stunden mit gewandert ist. Glücklicherweise hat er sich dann irgendwann verscheuchen lassen.
Es wäre sicherlich schwer geworden den Besitzer zu finden, falls er überhaupt einen hat.
Hier ist es üblich, dass man sein Essen nicht bestellt, sondern bekommt. Es wird die Frage gestellt, will man mitessen und was isst man nicht.
Dann bekommt man meist 3 Gänge serviert - zumindest in kleineren Hotels und Pensionen ist es so üblich. Der Mann ist glücklich, er lernt typisch italienische Küche kennen, und
glutenfrei bekommen sie auch alle hin. Nur seine Vorräte werden einfach nicht weniger und wiegen schwer.
12.04. Schnee
Der Mann wandert jetzt durch Kalabrien, das ist quasi die Stiefelspitze von Italien. Sonntag ist er mit der Fähre zum Festland gefahren und seit dem ins Landesinnere gewandert.
Mittlerweile auf knapp 2000 Meter Höhe. Es liegt Schnee und er ist stellenweise bis zur Hüfte versunken. Der E1 ist in dieser Region noch nicht fertiggestellt, wohl aber der
Italienische Fernwanderweg Sentiero di Italia. Diesen läuft er gerade, oder will ihn laufen, in meiner Beschreibung ist eine andere Route vorgesehen, als er auf dem Navi gespeichert
hat. Nun er ist begeistert über die Aussicht, wenn er etwas sieht und nicht durch Regen oder Nebel schlechte Sicht ist. Mit Schnee hat er um diese Jahreszeit allerdings nicht mehr
gerechnet, wobei er sich in einem Skigebiet befindet.
Telefonnetz hat er oft nicht. In Messina musste er sich ein neues Handy besorgen, weil seins nicht mehr laden wollte. Ob es zu nass geworden ist oder mittlerweile Altersschwach
geworden ist, ist allerdings unklar. Der Mann schwärmt von der Hilfsbereitschaft der Italiener und fängt an sich richtig auf Italienisch zu unterhalten.
7.04. Sizilien - Das Ende
Heute plant der Mann in Messina anzukommen und damit am Ende des Weges durch Sizilien. Fast 380 km ist er dann gelaufen in 23 Tagen, also im Schnitt 16,5 km am Tag.
Stimmt so natürlich nicht, wenn ich bedenke, dass er an mindestens 5 Tagen Pause gemacht hat, ich erinnere an Noto, Catania, der Besuch auf dem Ätna, 2 Tage wegen Unwetterwarnung...
Also wie geplant und gewollt, ist er über 20 km am Tag gelaufen. Sein Knie macht bisher gut mit und es ist gut, dass er sich Zeit nimmt,
die durch die OP und damit verbundene Zwangspause verlorenen Muskeln wieder aufzubauen.
Das Unwetter war nicht so heftig wie befürchtet, es hat den ganzen Tag durch geregnet, er war nicht traurig die zwei Tage im Hotel zu sein.
Er hat nette Menschen getroffen, sein Italienisch geübt und sich die Umgebung angesehen. Den Ätna kennt er jetzt aus vielen Perspektiven, mit Sonne und Wolken, Regen und sogar
Windstille, so dass er erkennen konnte, dass es mehr als nur eine Rauchsäule gibt.
Er fühlt sich wohl im Land und mit den Menschen, denen er begegnet. Mit den Hunden kommt er auch klar, sie sind weniger schlimm als befürchtet.
Einzig an die fehlenden Bürgersteige in den engen Gässchen hat er sich noch nicht gewöhnt. Man tritt aus der Tür und steht schon auf der Straße, nicht ganz ungefährlich, sagt der
Mann, zumal viele Italiener das rasante Autofahren lieben.
Sein weiterer Plan ist es, dass er sich die nächsten Tage Messina anschaut. Heute sind Aufgrund des Karfreitags alle Geschäfte zu, auch die Restaurants.
Und Sonntag oder Montag geht es dann mit der Fähre rüber nach Italien und der nächste Abschnitt seiner Reise beginnt.
01.04. Rund um den Ätna
Ist wohl das Motto der vergangenen Woche. Montag war er auf der südlichen Seite, Dienstag hatte er geplant mit der Seilbahn hoch zu fahren. Tja, das Wetter war anderer Meinung.
Zu viel Wind für die Seilbahn. Er ist dann mit dem Jeep hochgefahren. Nicht bis ganz oben, aber die Aussicht muss einmalig gewesen sein.
Die nächsten Tage ging es dann im Halbkreis auf der Westseite um den Ätna herum. Er ist begeistert von der Landschaft, den Formationen der Lava und den Tieren.
Der schöne Schmetterling ist doch kein Elch sondern hat sich brav fotografieren lassen. Jetzt hat er einen neuen, unbekannten Schmetterling entdeckt.
Eidechsen trifft er immer wieder. Schweine gibt es, er sagt, dass sind halbwild Lebende.
Heute läuft er durch das wunderschöne Alcantara-Tal, es soll dort Wein angebaut werden Oliven und Haselnüsse ebenso. Sein Plan ist es die nächsten Tage wieder Pause zu machen.
Diesmal, weil Unwetter angesagt wurde und er nicht bei Gewitter oder Starkregen auf den Bergen sein möchte. Vor ein paar Tagen wurde noch von 40 Liter pro qm geredet.
Wahrscheinlich kommt es doch nicht so heftig, es gibt nur wenige Unterkünfte in der Region, da muss er frühzeitig planen.
25.03. Catania - Planung für den Vulkan
Mein Lieblingsmensch ist in Catania. Der Wanderweg geht mitten durch die Stadt. Er machte einen Tag Pause, er brauchte ein neues warmes Unterhemd, seines hat er irgendwo liegen
gelassen. Heute geht es weiter, erst einmal durch stark besiedeltes Gebiet. Sein Plan ist es, in zwei Tagen am Fuß des Ätnas zu sein und dann seine Wanderung zu unterbrechen
und mit der Seilbahn rauf zu fahren. Er ist dann auf dem alten Krater, an den aktiven wird er nicht dran kommen. Er sagt, man sieht ihn schon seit ein paar Tagen von
weiten. Inklusive einer Rauchwolke. Angesagt ist, dass es dort oben schneien soll. Ich bin gespannt auf seinen Bericht.
Anschließend wird er ein paar Tage "um den Ätna herum" laufen. Ich stelle es mir allerdings weniger als einen großen Vulkan vor, sondern
als eine Landschaft, die von den Lavaströmen zerklüftet ist und zum Teil noch nackt ist, zum Teil wieder bewachsen.
Höhlen gibt es viele, die Wanderwege sollen beschriftet sein und es gibt ein Netz von Hütten. Nur Wasser soll es wenig geben, nur Regenwasser - aus der Zisterne.
Die Etappen sind kurz geplant auf der E1 Seite, haben es aber in sich. Bis zu 2000 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Es scheint stetig Berg auf oder ab zu gehen, nicht ganz
so steil.
Der Mann schläft bislang überwiegend in Hotels. Er findet nicht immer geeignete Stellen, an denen er die Besitzer des Hofes fragen kann, ob er sein Zelt aufschlagen darf.
Zu besiedelt ist es noch. Mit den Hunden hat er sich mittlerweile gut arrangiert. Die Autos findet er schwieriger. Die Italiener scheinen einen etwas anderen Fahrstil zu haben.
In Catania, als wir telefonierten, war eins der Autos durch das geschlossene Fenster und durchs Telefon so laut zu hören, dass ich dachte es startet ein Flugzeug.
Der italienische Elch ist ein Schmetterling, ungewöhnlich anzusehen, er hat schon mehrere vergebliche Versuche gemacht ihn zu fotografieren.
18.03. Erster Pausentag
Der Mann lässt es langsam angehen und macht heute einen Pausentag in Noto. Letzten Mittwoch ist er am ANFANG oder ENDE des E1 angekommen, seit
Donnerstag ist der Mann unterwegs. Und beeindruckt von den neuen Eindrücken - so anders als in Skandinavien. Eine ganze Weile ging es am Meer lang.
Flamingos hat er gesehen. Und es blüht schon.
Auch hier gibt es die ersten Schneeglöckchen - Italien ist schon weiter. An den Bäumen hängen Zitronen und Orangen. Im Nationalpark hatte er dann Probleme mit dem Furten.
Wir rätseln noch, ob die Tiefe an der Jahreszeit liegt, oder ob die Wege einfach wenig gepflegt und schlecht ausgezeichnet sind.
Bis jetzt klappt es ganz gut mit den Hunden. Er trifft etliche und kommt gut mit ihnen klar.
Das Essen ist gut, bisher hat er immer etwas gefunden und hat festgestellt dass es in Italien durchaus üblich ist, dass es auch in der Pizzeria ein glutenfreies Angebot gibt.
Lasagne gab es, gegrilltes Gemüse, lauter leckere Dinge.
Jetzt geht es los! 14.03.
Gestern war es dann so weit und er ist aufgebrochen. Vorher noch schnell beim Frisör, 18 kg hat er im Gepäck, dazu kommt noch Wasser, und dann ging es los. Mit dem Zug über Zürich nach Mailand. Dann mit dem Nachtzug nach Neapel und heute Abend ist er nach fast 1,5 Tagen in Siracusa angekommen. Um nach Sizilien zu gelangen, fährt der ganze Zug auf die Fähre. Morgen muss er dann noch ein Stück mit dem Bus fahren, um am Ende des E1 anzukommen und dann läuft er los. Wir sind schon sehr aufgeregt. Das Wetter ist mild, auf dem Etna liegt noch Schnee. Italien wird sicher ganz anders als Skandinavien, schon allein wegen der Sprache, aber spannend und erlebnisreich wird es sicher.Ich warte gespannt auf die Berichte.
Der Mann schreibt:
Die Probeläufe in Eifel und Hamburg sind erfolgreich beschritten. Die Ausrüstung ist ergänzt und repariert. Die Reiseführer werden zum Teil noch gelesen. Der Italienischkurs ist online im vollen Gange. Die Spannung steigt. Das Reisefieber auch. Die Vorfreude wächst. Die Zugtickets nach Syracusa (Sizilien) sind gekauft. Sogar das Hotel zur Ankunft ist schon gebucht. Ich werde Anfang März nach Süden aufbrechen und dann von Sizilien nach Norden wandern. Ich werde wohl nicht viele Fernwanderer in Italien treffen. So die Theorie. Die ist aber bekanntlich grau. Mal sehen wie es wird. Ihr werdet es hier lesen.
Sonne, Sommer, Wanderwege
Auch wenn für die meisten von Euch sicher Norwegen schon nach einer Herausforderung klingt: meine Herausforderung heißt Italien. Ich habe vor Wärme
größeren Respekt, als ich die Kälte fürchte. In Italien gibt es außerdem, neben Zecken, noch andere Plagegeister und die eine und die andere Schlange ... Nein,
auch hier habe ich keine Angst, aber ich hoffe, mit Aufmerksamkeit, gut voran zu kommen.
Hier starte ich im Süden und erlebe den Frühling auf Sizilien. Danach gehe ich weiter nach Norden und laufe irgendwie immer dem Sommer davon, bis er mich
in der Höhe von Rom im Juni einholen wird.
Zwischen Sizilien und Fortina laufe ich auf dem Sentiero Italia. Dieser wurde gerade erst im Jahre 2020 erschlossen
und gehört nicht zum europäischen Fernwanderweg E1. Dort hat der E1 eine Lücke: es wurde noch nicht entschieden, welchen Weg der E1 nimmt. Da ich Berichte von
enttäuschten Wanderern gelesen habe, die direkt am Mittelmeer entlang gelaufen sind, bin ich sehr froh, den neuen Sentiero Italia auf dieser Strecke,
ausprobieren zu können.
Er verläuft im Inland, unter anderem durch einen Nationalpark in der Basilicata. Außerdem laufe ich durch Calabria, Campania, Molise,
Latium, Abruzzia, Umbria, Toscana, Emilia-Romagna, Liguria, Piemonte, Lombardia. Nein, ich habe nicht einfach ein paar wenige Regionen weggelassen: ich laufe
wirklich durch fast alle Regionen im großen Italien. Fast 2700 km. Deutschland hatte nur 1700 km ...