Schweden
Mai bis Juni und Oktober 2022
... viele skandinavische Tage
Wieder in Skandinavien
Abschluß Skandinavien 28.09.23
Nun habe ich (der Mann) Skandinavien - bis auf Dänemark - für mich beendet. Gestern bin ich von der 5tägigen (!) Rückfahrt nach Hause gekommen. Die Rückfahrt sollte ein langsames Ausgleiten, Abschied Nehmen, Distanz Schaffen sein, ohne weh zu tun. Es gibt auch bei durchwanderten Ländern einen Trennungsschmerz.Ich habe noch in 2 Städten Halt gemacht, ein Mal zwangsweise, weil der nächste Bus erst am nächsten Tag fuhr. Ein Mal, weil ich noch einen Tag in Oslo verbringen wollte. Es war noch mal sehr schön und unterschiedlich. Ich habe mittlerweile die Formulierung für mich gefunden: Schweden ist sehr schön, friedlich, ruhig, gleichmäßig, angenehm. Aber Norwegen ist spektakulär, abenteuerlich, ein bisschen dramatischer.
Ich mag Beides. Beides habe ich sehr genossen. Auch habe ich interessante Menschen getroffen: z.B. den älteren Streckenbeauftragten am Vasaloppsleden, der uns Kaffee anbot und die Dorfchronik hervorkramte, Laura und Frau Schmidt, die beiden Weitwanderinnen, die unabhängig voneinander unterwegs waren. Laura, die Schneiderin war und uns einiges über die Herstellung von Feuerwehrkleidung erzählen konnte. Frau Schmidt, die Konditorin war und den PCT in Amerika gelaufen ist und einige tolle Anekdoten erzählen konnte. Das Berliner Pärchen: sie Schwedin und er Italiener wohnen seit einem Jahr in Berlin und sprechen auch dort nur Englisch. Und dann noch die aufgeschlossene und gastfreundliche Herbergsfrau in Gaunadalen, die vielen Jäger, mit denen es auch wieder interessante Gespräche gab. Bis zum Zug nach Köln gab es tolle Gespräche mit Schweden, Norwegern, einer Ungarin, verschiedenen Deutschen und Österreichern.
Bleiben die Landschaft und die Natur zu erwähnen. Es gab von beiden wieder jede Menge Beeindruckendes und Schönes zu sehen. Aber auch die Unfallstelle vom letzten Jahr habe ich mir noch Mal angeschaut und mich noch ein Mal mehr gefragt, wie ich auf die irrsinnige Idee gekommen bin, diesen wirklich steilen Berg hinabsteigen gewollt zu haben.
Bleiben noch die letzten Nationalparks zu benennen: zunächst das Blåfjell und Skjækerfjella, das mich mit seiner Wanderweglosigkeit auf meinen letzten und zweitältesten Norwegens einstimmte: Børgefjell. Schon der vorletzte Nationalpark war noch mal umwerfend schön. Aber das Børgefjell war ein würdiger Abschluss: sehr anstrengend, weglos, 3 Tage durchgehend Regen, so dass hier wirklich - bis auf die Innenseite des Schlafsackes - alles nass wurde. Dazu noch Frost und Schnee, jede Menge Rentiere, endlich meine ersten 2 Elche auf dieser Tour, imposante Wasserfälle und Furten, ein zu überwindendes Schneefeld, ein etwa 6km langes Geröllfeld, überragende Felsen, atemberaubende Aussichten und ein noch mal alles fordernder Abstieg zum zwischen hohe Berge eingebetteten Untervatnet See. Ich werde versuchen mit Bildern die Eindrücke noch zu untermauern und auch Euch zugänglich zu machen. Aber für jetzt muss das genügen und es beginnt die Vorbereitung der zweiten Italientour, die Ihr ab Mitte Oktober dann wieder hier verfolgen könnt.
Vorbemerkungen zur dritten Skandinavientour
Nun also das dritte Mal in Skandinavien. Geplant ist, die fehlenden Kilometer zu wandern von Mora bis zu der Unfallstelle. Und weil er in Norwegen einen Teil nicht wandern konnte, sondern über die Straße umrunden musste (die Fähre über den See hatte Winterpause) möchte er einen Teil der Stecke 2 mal laufen um sich das fehlende Stück Børgefjell auch noch anzusehen. Rückfahrkarte hat er noch keine, voraussichtlich wird er gut 7 Wochen brauchen. Ich versuche mindestens 1 Mal die Woche zu berichten:8. Bericht von der 2. Wanderung 23.09.23
Es ist vollbracht. Der Mann hat gestern die Lücke des E1 geschlossen und damit den Teil Schweden/ Norwegen/ Finnland abgeschlossen. 3421 km laut der Tabelle, ganz
genau kann man es wohl nicht sagen, gehörten doch immer wieder auch Umwege und Extrawege zur Wanderung dazu.
15 Minuten in die falsche Richtung macht oft 2 km mehr Strecke.
Dazu die km zu den Supermärkten und zu den Hütten. Wenige km die er nicht gelaufen ist, sondern anders zurück gelegt hat. Ich erinnere mich an zwei Busfahrten, um nicht die Straße lang
zu müssen und die Fahrt mit dem Rentierzüchter.
Das letzte Stück hatte nochmal sehr viel Regen, auch Wind und Kälte. Einen Tag hat er Schnee gesehen. Leider ist er sehr nass geworden und konnte durch die Übernachtungen
im Zelt nicht richtig trocknen, so dass er sich an einigen Stellen die Haut aufgescheuert hat. Vor allen an den Stellen, wo der Rucksack sitzt.
Dennoch ist er wieder unterwegs. Er muss ja bis Sonntag Abend ca. 26 km bis zur nächsten Stadt bzw. Bushaltestelle zurücklegen
und wenn er heute schon dort ist, kann er nochmal etwas einkaufen. Oder er trampt heute noch nach Trofors, wo die Bahn nach Trondheim fährt.
Zeit genug hat er auf jeden Fall. Auch um nochmal seine Übernachtung vom letzten Jahr zu besuchen, wo er wegen fehlendem Kleingeld nicht bezahlen musste, was er jetzt nachholen möchte
Das Børgefjell hat ihm sehr gut gefallen. Trotz des Wetters, die Landschaft ist toll und er hat viele Rentiere und auch einen Elch gesehen.
Das Foto ist aber nicht gut geworden, sagt der Mann.
Auch die Überfahrt war sehr nett, er war alleine auf dem Boot und der Kapitän hat sich die Mühe gemacht ihm alle Besonderheiten zu zeigen. Versteinerte Trolle gibt es dort zu sehen.
Ich freue mich ihn bald wieder hier zu haben. Gut 2 Wochen möchte er bleiben, bevor er in Italien weiter wandert.
7. Bericht von der 2. Wanderung 17.09.23
Der Mann läuft nach Plan, mit den üblichen Planänderungen. Letzte Woche war er ohne Telefonnetz unterwegs. Es ist schön, dass er mit mit seinem Navigationsgerät Nachrichten
und den Standort schicken kann. So weiß ich immer ob alles ok ist.
Die Zeit die ich hatte, weil wir nicht telefoniert haben, habe ich genutzt um die norwegischen Busfahrpläne zu wälzen.
Es ist erstaunlich wie gut das wenig besiedelte Land mit dem Bus angebunden ist.
Er ist wie geplant den E 1 so weit gelaufen, bis er an seiner Unfallstelle vom letzten Jahr angekommen ist. Dort ist er dann das Sanddodalen entlangwandert und
hat sich die Unglücksstelle diesmal von unten angesehen. Beeindruckend steil sind dort die Berge und wunderschön die Landschaft.
Abends dann die Busfahrt nach Grong, wo er ein paar Tage Pause macht. Die Vorräte wollen noch ein letztes Mal gefüllt werden, das Knie braucht Ruhe, die Klamotten eine Wäsche.
Vielleicht wäre er heute schon weiter gelaufen, doch so gut die Busverbindungen auch sind, der Bus fährt
erst Montag bis zu der Stelle, wo er beim letzten Mal den E1 verlassen hat. Das ist jetzt die Planänderung: Er
wird doch vom Süden nach Norden wandern. Er fährt also nach Kleiva, genauer noch ein bisschen weiter, weil er die Straße nicht laufen möchte
und wird dann am Dienstag die Fähre über den See nehmen. 5 Tage plant er für das letzten Stück E1 zu brauchen,
wenn alles gut geht, ist er am Samstag in Grannes auf dem Zeltplatz und hat es dann geschafft die über 3300 km vom Nordkap bis Halmstad zu laufen.
Sonntag läuft oder trampt er dann bis Hattfjelldalen und fährt dann um 19:00 Uhr mit dem Bus nach Hause. Mittwoch wird er dann erst bei mir sein.
Er hat sich sicher nicht für die schnellste Verbindung entschieden, sondern für den Luxus, dass er nicht die ganze Nacht alle paar Stunden umsteigen muss, sondern einen Liegewagen hat.
Auch fährt er so, dass er nicht mitten in der Nacht an irgendeinem Bahnhof strandet. In Deutschland haben wir es ja nicht so mit den Nachtzügen.
Und er macht einen längeren Halt in Oslo, so dass er sich ein wenig die Stadt ansehen kann. Die Reise im einzelnen:
Hattfjelldalen - Trofors-Nachtzug nach Trondheim-Bus nach Lillehammer Skistation- Zug nach Oslo- Pause und Übernachtung - Zug nach Göteborg-Zug nach Alvena-Nachtzug nach Hamburg-
Zug weiter nach NRW. Zeit genug, damit er Abschied nehmen kann, von den liebgewonnenen skandinavischen Ländern und seine Wanderung Revue passieren lassen kann.
6. Bericht von der 2. Wanderung 12.09.23
Was gibt es Neues? Der Mann wandert auf dem E1 jetzt überwiegend alleine. In etwa alle 2 Tage schläft er in einer Hütte, die restlichen Nächte im Zelt.
In den Hütten trifft er zum Teil andere Menschen, doch die sind meist auf anderen Wegen unterwegs. Schwierig ist es so an aktuelle Infos über den Weg zu kommen. Oder anders gesagt,
viele geben ihm Tipps doch vor Ort sieht es ganz anders aus und es stellt sich raus, dass sie einen anderen Weg gelaufen sind.
Die Strecke ist jetzt zum Teil nicht markiert. Das Wetter war die letzten Woche besser, aber jetzt regnet es wieder öfter.
In Norwegen hat die Jagdsaison angefangen. Der Mann hat das Gefühl, dass öfters Nachts der Hubschrauber unterwegs ist um Jemanden zu bergen.
Die Norweger scheinen ihren Jagderfolg mit viel? Alkohol zu feiern. In etwa 100 km ist der Mann an seiner Unfallstelle. Sein Plan ist es anstatt auf den unmarkierten Wegen
über die Berge dieses Mal ein Stück das Sanddoldalen entlang zu wandern. Es ist ein Naturreservat und vom Hubschrauber sah es beeindruckend schön aus.
Dann will er den restlichen Weg nach Grong trampen, dort mit Zug und Bus nach Hattfjelldal fahren und von dort aus nach Grannes trampen, um dort wieder an der Stelle auf dem E1
zu landen, wo er ihn letztes Jahr verlassen hat. Er ändert somit die Richtung und wandert dann von Nord nach Süd, bis er in Kleiva ist. Dann kommt er nach Hause.
Es ist schwer abzuschätzen, wie lange das Trampen dauert. Im Oktober möchte er wieder hier sein.
5. Bericht von der 2. Wanderung 03.09.23
Röros hat dem Mann sehr gut gefallen, es ist einen Besuch wert. Überschaubar groß, so dass er ohne Pausentag
einen guten Überblick hatte. Mein Lieblingsmensch hat also erledigt was zu erledigen war: er hat ein neues Ladekabel
und war bei der Bank einen Geldschein tauschen, der nicht mehr gültig war und ist weiter gewandert. Die nächsten Tage ist er gut voran gekommen.
Am Tag 3 nach Røros wollte er ein Wasser durchqueren:
Es war zu tief, obwohl er schon seine Hose ausgezogen hatte, das Wasser ging bis über die Hüfte. Als er umkehrte um wieder raus zu klettern, ist er ausgerutscht und baden gegangen.
Glücklicherweise hatte er alle wichtigen Sachen wasserdicht verpackt, nur seine Schuhe, die außen am Rucksack baumelten sind nass geworden und sein Hemd.
Die Sonne schien, alles nicht so schlimm, aber er hatte genug von diesem Streckenabschnitt und wollte vorbei trampen.
Schnell hatte sich ein Mann gefunden, der in seine Richtung wollte und ihm mitnahm, doch am anvisierten Zeltplatz fuhr er vorbei? Kein Ding,
am Supermarkt kann man ja auch gut Station machen, dachte der Lieblingsmensch. Doch sein Fahrer wollte ihn gerne bis zur nächsten Hütte mitnehmen.
Schnell willigte der Wanderer ein, es war immer noch seine Richtung, die Schuhe würden in einer Hütte besser trocknen als im Zelt, er wunderte sich jedoch ein bisschen,
dass sein Fahrer ihn gerne noch weiter fahren wollte.
Doch nicht lange, stellte sich doch heraus, dass es sein Rentierzüchter war, der seinen Zaun erneuern musste und sich über eine helfende Hand gefreut hat.
Das Unvorhergesehene macht eine solche Wanderung so spannend und wenn man sich auf solche Planänderungen einlässt bekommt man einen anderen Blick auf die Gegend,
die Menschen und die Probleme die es vor Ort gibt. Und man kann eine Menge lernen, oder wusstet ihr etwa, dass der Steinadler mehr Rentiere reißt als der Wolf?
Jetzt ist er ganz flott unterwegs, er schwärmt von der Landschaft, jeden Tag neu ist er beeindruckt von der Schönheit links und rechts des Weges.
4. Bericht von der 2. Wanderung 30.08.2023
Endlich- jetzt habe ich mal wieder Zeit die Leser auf den neuesten Stand zu bringen: Letzte Woche waren die Beiden zwei Tage in Grövelsjön. Wäsche waschen, Schuhe kaufen,
einkaufen und es sich gut gehen lassen. Mehrfach hörte ich von 3 Gänge Abendessen und super Frühstück. Natürlich Glutenfrei, selbst der Kuchen zum Nachtisch.
Der Sohn ist von dort nach Hause gefahren, der Lieblingsmensch weiter gewandert. Schön und anstrengend die Strecke und immer wieder feucht, von Oben oder Unten.
Aber es ist nicht mehr so schlimm, die neuen Schuhe halten das Wasser gut ab. Der Mann ist sehr zufrieden mit seiner Anschaffung und dadurch, dass er die alte Sohle mitgenommen hat,
fühlen sich seine Füße von Anfang an wie zu Hause.
Was er dringend noch braucht ist ein neues Ladekabel für das Handy. Irgendwo hat er seines verloren und obwohl er weit zurück gelaufen ist, hat er es nicht mehr gefunden.
In Grövelsjön gab es keins, doch heute kommt er nach Röros und hofft dort eines zu bekommen. Röros ist Weltkulturerbe eine alte Bergbaustadt, mit einer bekannten Kirche und Holzhäusern.
3. Bericht von der 2. Wanderung 19.08.2023
Die Beiden sind noch nicht sehr weit gekommen. Erst einlaufen, dann die Blase am Fuß, dann war der Mann erkältet, dann der Sohn. Und natürlich wollten sie mit ihren Erkältungen
die Abende in einer trockenen, warmen Hütte verbringen und nicht bei Regen im Zelt. Dazu kommt, dass sie tatsächlich absichtliche Umwege gelaufen sind!
Gestern waren es 12 km extra um sich einen Wasserfall anzusehen, essen zu gehen und nach einige Zeit in dem super schönen Nationalpark zu verbringen. Ich habe die Vermutung,
dass ihm die Landschaft so gut gefällt, dass er die Zeit dort noch etwas ausdehnen möchte.
Noch nicht sehr weit gekommen, bedeutet aber nicht, dass sie gar keine Strecke machen, etwa 200 km dürften sie jetzt gelaufen sein.
Es bedeutet, dass der Sohn nicht mit nach Röros wandert, sonder schon an der schwedischen Grenze in Grövelsjön wieder nach Hause fährt. Nicht an jedem Punkt der Strecke
kommt man gut weg.
Letzten Donnerstag war der erste Tag mit viel Sonne. Ich freue mich auf spektakuläre Fotos.
Dadurch, dass sie nach Norden wandern, werden bei ihnen die Tage noch nicht so schnell kürzer wie hier. Mich hat es sehr überrascht, als sie losliefen, war es etwas zur gleichen Zeit
dunkel wie hier, mittlerweile scheint es länger hell zu sein. Dabei ist der Polarkreis noch etliche km entfernt? Der Mann schwärmt beim abendlichen telefonieren von schönen Licht,
während ich schon im Dunkel sitze.
Das Material macht Probleme. Diesmal die Schuhe. "Wieder?" werden sich die aufmerksamen Leser fragen. Tatsächlich hat er nicht die Schuhe an, die er in Italien getragen hat.
Aber auch nicht sein neues Paar, sondern ein altes Paar Wanderschuhe, noch nicht so sehr abgenutzt, so dass er dachte, es ist noch gut genug für die 7 Wochen in Norwegen.
Die ständige Nässe macht dem Schuh zu schaffen, er sagt, der eine von Beiden schafft es nicht mehr über eine Wiese zu laufen, ohne dass das Wasser drinnen steht.
Nun das neue Paar schicken lassen oder neu kaufen ist die Frage. Ich bin für neu kaufen, er wird in seinem Leben noch viele Schuhe verschleißen -
jetzt ist seine Hoffnung einen Laden in Grövelsjön zu finden. Oder spätestens in Röros, sonst müsste er in die nächste größere Stadt fahren, in Röros gibt es eine Bahnverbindung.
2. Bericht von der 2. Wanderung 12.08.2023
Es regnet! Wie in Italien scheint es keinen Tag trocken zu bleiben. Die Flüsse sind zum Teil so weit über die Ufer getreten, dass die Brücken unter Wasser stehen.
die beiden Wanderer müssen um Teil einen Umweg über die Straße laufen, oder bekommen nasse Füße. Schlecht für die Schuhe und schlecht für die Füße -
mein Lieblingsmann hat sich eine Blase gelaufen. Der gängigste Tippe gegen Blasen ist, die Füße schön trocken zu halten. Nur wie macht man es, wenn das Wasser in den
Schuhen steht? Glücklicherweise hat es funktioniert, durch regelmäßiges desinfizieren, cremen und abkleben eine Entzündung zu verhindern,
so dass der Mann schmerzfrei laufen kann.
Gestern waren die Beiden besonders fröhlich, die hatten die Nacht im Hotel geschlafen, mit Dusche und Wlan, morgens gab es Frühstück, in Schweden natürlich Glutenfrei!
Dann waren sie im Dorf Sälem essen und einkaufen. Die Landschaft - Wunderschön! Hier ist Skigebiet und es gibt mehr Berge.
Am späten Nachmittag noch ein Besuch im Café. Ein trockenen Schlafplatz gab es auch, also rundum zufrieden.
Die Strecke geht die nächsten Tage über den Kungsleden. Den Königsweg.Der Teil des Wanderwegs ist sehr gut ausgebaut.
Alle paar Kilometer kommen Rastplätze und Hütten, so dass sich die zwei immer wieder aufwärmen und trocknen können.
Es war eine gute Entscheidung die Thermoskanne mitzunehmen, Pause mit warmen Tee ist bei so einem Wetter sicherlich gut.
1. Bericht von der 2. Wanderung in Schweden 07.08.2023
Der Mann ist wieder unterwegs. Diesmal mit Sohn. Am 3. sind sie schon los gefahren, einen Tag später in Mora angekommen - sie haben einen kurzen Zwischenstopp
in Stockholm gemacht um sich ein wenig die Stadt anzusehen. Und seit Samstag sind sie zu Fuß unterwegs. Diesmal wandert er Richtung Nord- Westen.
Auf meiner Karte sieht die Strecke recht unspektakulär aus, parallel zu einer Straße, typisch für Schweden an einigen Seen vorbei und durch sumpfige Gebiete.
Die Wanderer schwärmen dennoch von der Schönheit der Landschaft (obwohl es sich nicht um ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet o.ä. handelt). Hier wird ein sehr bekanntes
Langlaufrennen veranstaltet. Vasaloppet - in ein paar Tagen haben sie die Wahl einen Teil der Loipe zu laufen oder einen parallelen Wanderweg.
Und sie schwärmen von der netten und hilfsbereiten Art der Schweden.
Sie wandern sich noch ein, der Wetterbericht hat viel Regen angekündigt, so dass sie lieber in einer der vielen Hütten übernachten.
Mir ist aufgefallen, dass wenn ihr auf der der Seite von Schweden seitlich keine Links zu den anderen Ländern sind.
Wenn ihr also etwas sucht, geht ihr am besten immer über die Startseite.
Zurück in der Heimat
Nun bin ich also zurück in Deutschland und habe den Koffer voller Erinnerungen, die Kamera voller Fotos (2500), das Reisebuch voller Einträge. Das muss ich nun
etwas sortieren. Hier findet Ihr aber nun zumindest die schönsten, interessantesten, spektakulärsten
Wie fasst man nun so eine Reise zusammen? Es waren 2 Monate Wandern, Kennenlernen, Überraschungen, Vertrautes, ... vor allem SOOOO viel, kaum kurz fassbar. Die Landschaft war so abwechslungsreich, aber immer wieder zu erkennen, steinig, holprig, steil, angenehm, erholsam, aber sehr oft feucht: sumpfig, morastig, Bäche, Seen, Flüsse und sogar Meer.
Und die Menschen: viele habe ich nicht getroffen, aber Besondere. Der Waldarbeiter, der kein Englisch konnte. Er bot mir dennoch an, mich mit seinem Auto mitzunehmen, um mein Handy zu suchen. Oder die Jogger, die eigentlich dringend nach Hause unter die Dusche wollten, aber mir dennoch halfen, die Windschutzhütte für die Nacht zu finden. Und dann war da der junge Schwede finnischer Abstammung, der mit Barfußschuhen zwei Monate wandern wollte, aber sich bei der ersten Verwendung derselben alle Fußknochen gebrochen hatte, aber dennoch total auf sie schwor. Zu guter Letzt das Ehepaar, dass sich auf ein romantisches Abendbrot am See gefreut hatte und nun mit mir gemeinsam bei einem interessanten, guten Gespräch dinnierte.
Ich bin immer noch aufgeladen von den vielen Erlebnissen. Aber auch gespannt auf die nächsten Etappen. Gerade bin ich im "Abklingbecken": alles setzen, Revue passieren lassen. Aber natürlich gibt es auch schon eine Sammlung von Änderungen für die nächste Reise: das Feuerzeug lasse ich hier, Tape nehme ich von vornherein mit, ich brauche ein warmes, langes Unterhemd aus Merinowolle zusätzlich ...
Es gibt noch einiges in diesem Zwischenurlaub zu bewerkstelligen. Es wird noch einiges vorzubereiten sein. Und dann wird es wieder sowohl Spannendes als auch Überraschendes und und auch Banales von der Wanderung zu berichten geben (das hat die Lieblingsfrau doch gut gemacht, oder?!).
16. Bericht von der Wanderung 30.06. DER LETZTE
Der Mann ist auf der Heimreise. Jetzt sitzt er schon im Zug in Deutschland. Letzten Sonntag hatte er schon Halmstad erreicht. Drei Tage hätte er noch Zeit gehabt, um weiter zu wandern. Aber besser so, als wenn er den geplanten Weg nicht geschafft hätte und für wenige Kilometer hätte wieder kommen müssen. So hat er die Zeit genutzt, war im Meer baden, hat es sich gut gehen lassen, hat die Stadt besichtigt. Und beim Frisör war er, vielleicht hatte er Angst, dass ich ihn nicht wieder erkenne? Ich freue mich, ihn gleich vom Bahnhof abholen zu dürfen.Auf Wiedersehen bis zur nächsten Reise - Die Daheimgebliebene
15. Bericht von der Wanderung 25.06.
Endlich Ferien, heißt es für mich, für den Mann beginnt jetzt der Endspurt. Oskarström hat er planmäßig erreicht. Nur im Hotel zu schlafen hat nicht geklappt. Es waren Flüchtlinge aus der Ukraine einquartiert und kein Platz. War aber nicht schlimm. Vorher hatten wir noch darüber geredet, ob er besser anruft und reserviert. Hat er nicht, und ist den kleinen Umweg umsonst gelaufen.Er sagt. der Weg ist schön und wieder ganz anders. Einen ganzen Teil der Strecke ging am Fluss Nissan lang. Zum Ausgleich ist er mit dem Bus ein Stück weiter gefahren.Auf mich macht das Bussystem einen sehr guten Eindruck. Klar, es ist etwas umständlich die Verbindungen raus zu finden, wenn man den Namen der Haltestelle nicht kennt. Aber es ist möglich. So weiß ich jetzt schon, dass er am Tag seiner Heimreise vom Campingplatz aus in 20-35 Minuten zum Bahnhof fahren kann. Und das früh morgens schon ein Bus fährt. Was ich noch nicht weiß, welche Haltestelle er am besten ansteuert, es gibt mehrere sehr dicht beieinander.
In Oskarström gab es eine kleine, offizielle Feier von Mittsommer am Heimatmuseum. Mit Musik und Tanz, die hat er sich angesehen. Ansonsten hat er die Auskunft bekommen, dass sich die Leute meistens Abends im privaten Rahmen treffen. Das Dorf ist zu klein, um von Kneipe zu Kneipe zu ziehen :-).
Er sagt er sieht in diesen Tagen keine Nacht mehr. Egal wann er wach ist es war immer hell - noch oder schon.
Heiß ist es, und Regen angekündigt. Der Mann hat keine Lust ein nasses Zelt abzubauen und plant daher heute im Hotel zu schlafen. Morgen ist er dann in Halmstad - wenn alles wie geplant läuft.
14. Bericht von der Wanderung 21.06.
Er läuft und läuft und läuft. Viel zu früh wird er sein Ziel erreicht haben und in Halmstad sein. Die vorgenommenen 20 km hat er oft schon Mittags hinter sich, wenn er nicht ein Café oder jemanden zum quatschen trifft. Die Gegend ist wieder ganz anders. Sehr hügelig, oft 500-600 Höhenmeter pro Etappe. Aber nie am Stück, sondern immer wieder im Wechsel hoch-runter-hoch... Er berichtete von Strecken, die sehr wild und zugewachsen sind. Er musste sich durch das Gebüsch schlagen, umgestürzte Bäume liegen im Weg.Letztens hatte er schlechte Laune. Es hat den ganzen Tag geregnet, was ihn normal nichts ausmacht, dazu hatte das Café, welches er gerne besucht hätte, einfach zu. Essen ist ein Thema. Obwohl es in Südschweden dicht besiedelt ist und er immer wieder etwas zu Essen kaufen kann, stresst es ihn, wenn er sieht, dass seine Vorräte für weniger als 3 Tage reichen. Was für Norwegen bedeutet, dass er ganz schön viel mehr mitnehmen muss. Er sagt, er hat immer Hunger und würde am liebsten 5 Portionen am Tag essen. Ich bin gespannt, ob er durchtrainiert und ausgezehrt wieder kommt, oder sein Gewicht gehalten hat.
Und was sonst noch los ist? Er hat jetzt einen anderen Wanderer getroffen. Der ist auf dem E1 seit Frankfurt unterwegs, will gerne noch das Nordkap erreichen, wird aber erst im Herbst dort sein. Die neuen Einlegesohlen tun seinen Füßen sehr gut, sagt er.
Es war Sommersonnenwende. Der längst Tag des Jahres! Am Freitag wird Mittsommer in Schweden gefeiert. Er hofft etwas davon mitzubekommen. Wenn alles gut läuft, müsste er das Dorf Oskarström erreichen (4000 Einwohner), in dem hoffentlich gefeiert wird.
13. Bericht von der Wanderung 15.06.
Was kann ich berichten? Der Aufenthalt in Göteborg lief wie geplant. Schlafen auf dem Zeltplatz, dann mit der Bahn in die Stadt rein fahren. Sich die Sehenswürdigkeiten ansehen, mit der Fähre zu den Schären fahren, gut Essen gehen. Es gab eine vegane und glutenfreie (!) Pizzeria. Und diverse andere Leckereien. Das Wetter war freundlich genug für ein paar Fotos -jetzt sind es schon über 2000. Der Mann hat sich neue Sohlen für seine Wanderschuhe geleistet, er klagte zuletzt über Fußschmerzen, vermutlich aus der Kombination von durchgelaufenen Sohlen und steinig, befestigten Straße. Die Neuen haben ein angepasstest Fußgewölbe, wenn sie eingelaufen sind, sollte er damit glücklich sein. Ich werde berichten.Was wir festgestellt haben, für die Toiletten muss man bezahlen, und sogar recht viel. Über 3 € habe ich auf der Kartenabrechnung gesehen. Ob dass jetzt der reale Preis ist, oder Bankgebühren dabei sind, weiß ich nicht. Es wird nur Karte akzeptiert, kein Bargeld. Aber es wäre eine Erklärung dafür, dass die Toiletten gut sauber gehalten werden, dass sich die Schweden Sauberkeit etwas kosten lassen. Ist Schweden teuer? Einiges teurer als in Deutschland, anderes günstiger. Getränke werden in der Regel nachgefüllt, in dem Bereich spart man einiges.
Der Lieblingsmensch ist jetzt wieder unterwegs. Im "letzten" Bundesland, ein neuer Wanderweg, der letzte Abschnitt. 1000 km sollte er jetzt geschafft haben, in zwei Wochen sitzt er im Zug nach Hause. Ich freue mich!
12. Bericht von der Wanderung 11.06.
Was gibt es Neues? Der Lieblingsmensch hat nach vielen Wochen auf der Isomatte das erste mal im Hotel geschlafen. Mit richtigem Bett! Und Dusche! Und Frühstück! Dieses hätte besser sein können, sagt er, und dann zählte er auf, was er alles gegessen hat und ich dachte mir: ein Hotel hier in der Eifel hat in der Regel weniger glutenfreies Essen zum Frühstück vorrätig. Zumal er ja nicht angemeldet war.Heute kommt er nach Göteborg. Er will schon Mittags auf dem Zeltplatz sein, damit er einen Platz bekommt. Die letzten Tage haben wir schon ein bisschen geschaut, was er dort machen kann. Wie das mit dem Nahverkehr funktioniert, wo er vegan Essen gehen kann, wie er auf die Schären kommt, usw. Er hofft auf eine Pause für die Füße und stellt sich vor, mit Bahn und Boot durch die Stadt zu gondeln und zwischendurch im Café zu sitzen. Ich bin gespannt, ob es gelingt, ist doch Asphalt oft viel anstrengender zu laufen als der Waldboden.
Und sonst? Er sagt, ich habe den letzten Beitrag falsch geschrieben. Er fährt gar nicht im Nachtzug. Dadurch, dass er soooo lange gelaufen ist und mehr als 1000 km weiter südlich ist, kann er die Strecke an einem Tag schaffen. Er fährt also morgens los und ist gegen 23:00 Uhr wieder zu Hause. Wenn die Bahn funktioniert... Das Ticket verfallen lassen möchte er dennoch nicht.
11. Bericht von der Wanderung 08.06.
EIN ELCH - Endlich ein ELCH!!!
Hat der Mensch doch tatsächlich den lang ersehnten Elch getroffen. Nur, erwartet hatte er ihn nicht, so mitten im besiedelten Schweden, zwischen all den Dörfern. Er hatte die Kamera nicht parat und bis er sie herausgeholt hatte, war das Tier schon los gelaufen. Mal sehen, ob man in der Vergrößerung noch etwas erkennt. Er übt sich in der Tierfotografie und meinte er wird immer besser. Auch den Kleiber und den Schwarzspecht, die bisher eher Kamerascheu waren, ist ihm mittlerweile geglückt vor die Linse zu bekommen.Mein Lieblingsmensch kommt gut vorwärts, ich kann es schon gar nicht mehr erwarten bis er wieder zu Hause ist. Dennoch will er nicht früher nach Hause kommen, auch nicht, wenn er die Strecke schneller geschafft hat. Der Zug und das Bett im Nachtzug sind schon gebucht, dass möchte er auf keinen Fall verfallen lassen. Also überlegt er lieber, was er sich auf dem Weg noch ansehen kann. Göteborg ist fest eingeplant und wird er spätestens am Wochenende erreichen. In Boras war er schon. Die Strecken sind zum Teil sehr hügelig, mit manchmal über 500 Höhenmetern die er zurück legt. Er sagt, er ist jetzt eingewandert und merkt es nicht mal mehr. Müde ist er Abends. Die Strecken sind oft länger als die geplanten 20 km, weil die guten Übernachtungsplätze nicht überall sind. Die Nächte sind ihm mittlerweile zu warm. Auch in Schweden ist es jetzt Sommer - er freut sich auf die Mitsommernacht und wünscht sich feiernde Schweden zu treffen.
10. Bericht von der Wanderung 04.06.
Diese Woche war ich sehr ausgelastet und hatte keine Zeit etwas zu schreiben. Telefoniert haben wir regelmäßig und ich versuche zusammen zu fassen, über was wir reden: Der Mann berichtet, dass es zunehmend zivilisiert wird. Er trifft jetzt sehr regelmäßig andere Wanderer oder Wohnmobilurlauber. Die meisten gehen in die Gegenrichtung nach Norden - einige wollen das Nordkap erreichen. Die Landschaft um ihn herum hat mehr Landwirtschaft. Die Wege gehen durch Felder und vorbei an Weiden. Befestigte Wege mit Zäunen rechts und links. Dazwischen immer wieder Seen und Wälder. Er sagt es sieht immer wieder ganz anders aus, aber immer schön. Der Nachteil der Zivilisation ist, dass der Wanderweg immer wieder über private Flächen führt - und dort trifft er immer wieder auf Hunde. Und Hunde die bellend auf ihn zu kommen, findet der Mann sehr unsympathisch.Ein wichtiges Thema ist Essen. Immer nur Müsli ist etwas einseitig und so nutzt er jede Gelegenheit, etwas anderes zu bekommen. Da er jetzt häufig durch Dörfer und Städtchen kommt, findet er oft etwas zum einkehren oder einkaufen. Glutenfreies hat in Schweden jeder im Angebot. Der Mann schwärmt von schwedischen Pommes und vom Knäckebrot. Auch die Säfte und Marmeladen aus heimischen Beeren findet er Klasse.
Und sonst? Er hatte die Woche Bergfest, im Juli will er wieder in Deutschland sein. 690 km, weit mehr als die Hälfte der Strecke hat er geschafft, wenn es weiter so läuft, wird er Zeit haben sich in Göteborg anzusehen. Die Schmerzen am Schienbein sind ganz weg, eine Blase hat er jetzt. Seine Schuhe sind so nass geworden, dass er sie nicht mehr trocken bekam. Die letzte Nacht auf dem Zeltplatz hat er dann genutzt, der Föhn musste etwas nachhelfen und sie sind jetzt frisch gefettet. Seine Übernachtungen sind abwechslungsreich und gut, selten teilt er sich eine Windschutzhütte mit anderen, meist ist er alleine. Die Schweden sind hilfsbereit und freundlich. Einen Zeltnagel hat er zerbrochen, einen verloren... Hoffentlich kommt er mit dem Rest bis zu Hause hin. Über 1200 Fotos hat er gemacht, wobei er mittlerweile nicht mehr alles fotografiert und einige Fotos bereits wieder gelöscht hat. Wir dürfen uns also freuen.
9. Bericht von der Wanderung 29. Mai
Jetzt war ich mal das Wochenende unterwegs und daher haben wir nicht länger telefoniert. Also nur kurz- Der Mann ist jetzt in einem neuen Bundesland auf einem neuen Wanderweg unterwegs. Er läuft jetzt auf dem Västra Vätterleden. Immer noch gut gelaunt und gut unterwegs. Die 500 km Marke hat er vor ein paar Tagen hinter sich gelassen. Er berichtete von schönen Felsformationen und toller Landschaft. Der Bergslagsleden endet im Urwald, welcher aber einfacher zu queren war als erwartet. Es scheint jetzt besiedelter zu sein, er kommt durch Dörfer. Gestern ist er an einer Klippe entlang gelaufen, mit Blick auf den See. Er beschreibt es als Klettersteig und ich hoffe er ist schön vorsichtig. Mehr von der Wanderung gibt es demnächst, wenn wir wieder mal geschafft haben, ausführlich zu telefonieren.8. Bericht von der Wanderung 25. Mai
Kaum hatten wir am Sonntag unser Morgentelefonat beendet, ist schon wieder genügend passiert um Neues zu schreiben. Hoffentlich vergesse ich nicht das Wesentliche, bei der Fülle an Eindrücken der letzten Tage. Sonntag wanderte der Mann erst einmal los, auf wie immer schönsten Wegen, durch schönste Landschaft. Nur um nach 12 km festzustellen, dass er im Kreis gewandert ist. Abends war er dann etwas frustriert, zumal wir überlegt hatten, dass er demnächst in eine Stadt möchte, um seine Vorräte aufzufüllen. Da war er dann am Ende des Wandertags, wenig weiter gekommen, auf gar keinen Fall so weit wie er geplant hat. Etwas besorgt war er, zumal er gerne überschüssige Lebensmittel für ein paar Tage hat. Es gibt ja immer Gründe, warum man nicht wie geplant an Nachschub kommt.Es hat sich bewährt, da er ja oft Gelegenheit hat anzurufen, dass ich auf dem Laptop schaue, wie die nächsten Tage aussehen. Er hat zwar auch die Möglichkeit mit dem Handy ins Internet zu gelangen, doch es ist komfortabler sich am großen Bildschirm die Strecke anzusehen. Dazu kommt, dass ich so immer in etwa weiß. wo er ist und an seiner Reise live teilhaben kann. Im Höhenprofil sehe ich, wie steil die Hügel auf seinem Weg sind, und kann nachvollziehen, ob er durch Moor muss, oder über Straßen. Dazu bekomme ich einen Einblick in die Landschaft, einige Fotos wurden von anderen Wanderern hochgeladen. Finde ich gut.
Nun wir haben gemeinsam nochmal die Stecke nachgerechnet bis Laxå, der Stadt mit dem Supermarkt und die Menge der Essensrationen. Noch gut schaffbar, der Mann beruhigt. Er muss zugeben, dass die Wanderung trotz des Verlaufens durchaus sehr reizvoll war. Eine Frau sagte, der Weg wurde umgelegt, ich behaupte in der Karte gesehen zu haben, dass es einen Rundweg gibt, der den E1 berührt, was auch immer der Grund für den Umweg war, eigentlich sind die Wege gut ausgeschildert. Weil aber alle Wanderwege eine rote Markierung haben, muss man sehr drauf achten, auf dem richtigen Weg zu bleiben, wenn ein anderer Wanderweg abzweigt. Am nächsten Tag kam er dann wieder gut vorwärts.
Dienstag dann, völlig motiviert, ein paar mehr Kilometer zu machen und die Nähe der Einkaufsmöglichkeit zu erreichen, hatte er schon Morgens um halb 10 die ersten 8 km hinter sich, fit und gut gelaunt lief er weiter. An die Hütte 10 km vor der Stadt, gelangte er Mittags immer noch nicht müde, so dass er noch die ganze Etappe zu Ende lief. Am Etappenziel dann die Belohnung, ein Café. Mit - scheint in Schweden keine Seltenheit- glutenfreien Kuchen. Der Mann hat also erst einmal gut gegessen. Und als er satt und zufrieden war und hörte, dass ein Bus in die Stadt fährt, hat er die Gelegenheit genutzt, hat seinen Weg verlassen, ist ins Zentrum gefahren, hat sich mit neuen Vorräten eindecken, und weil er dann keine Lust hatte ein Hotel zu suchen, ist er per Anhalter wieder zum E1 raus gefahren. Ein paar Kilometer weg von der Straße gelaufen und sein Zelt aufgeschlagen. Und dann noch die Freundin angerufen. Ein ganz schön aktiver Tag.
Was ist sonst noch passiert? Er hat seinen ersten
Elch
gesehen. Leider nicht so wie erhofft in einiger Entfernung grasen, sondern mit Bissspuren verendet im Wald liegend. Er hat im Café den Jäger darüber informiert, dieser vermutete Jungwölfe, die schön öfter gerissene Tiere liegen gelassen haben.7. Bericht von der Wanderung 21. Mai
Der Mann hat nicht nur die Waschmöglichkeit für sich und seine Wäsche genutzt, sondern auch den auf dem Campingplatz zur Verfügung stehenden Fernseher nutzen können. Nicht um Filme zu schauen, sondern seine Fotos im Großformat. Zeit auch mit seinem Kind zu telefonieren, und zu hören, was in Paderborn während des Tornados los war. Glücklicherweise ist seinen Lieben nichts passiert. Er ist also heute Mittag erst spät los. Dann hat er sich für einige Zeit einer schwedischen Wandergruppe angeschlossen. Spannend, um sich ein bisschen über Land und Leute zu informieren. Vorwärts ist er allerdings nicht gekommen. Schnell gab es eine Kaffeepause und nach wenigen Kilometern waren die Anderen fertig mit ihrer Strecke. Er ist dann alleine weiter. Die Landschaft beschreibt er als Märchenhaft und wunderschön.Die heutige Nacht verbringt er mit anderen jungen Männern in einer Hütte. Er ist trotz des späten und langsamen Starts seine 18 km weit gekommen. Gut dass es lange hell ist. Als wir telefonierten saß er gerade am Lagerfeuer.
Und was sonst noch Thema ist? Essen und die Beschaffung davon, Chips zum Frühstück mit Apfel als Ernährungsalternative. Schuhe und das selbstverständliche Ausziehen von Ihnen im Haus. Was ich auch nur so kenne, allerdings dennoch irritiert bin, dass das auch für die halböffentliche Campingplatztoilette gilt. Lässt auf die vorhandene Hygiene schließen. Ich kann mir, bei vielen mir bekannten Toiletten nicht vorstellen, dass es sich nicht sehr ekelig anfühlt. Und - ihr habt es bestimmt bemerkt- ich habe gelernt ABSÄTZE zu machen.
6. Bericht von der Wanderung 20. Mai
Kurzes Update: Heute hat der Mann eine Übernachtung auf einem Campingplatz. Mit Waschmaschine, warmen Essen, Strom, und warmer Dusche. Jeder, der selbst schon mal unabhängig wanderte, kann nachvollziehen, welche Wohltat es sein kann, warmes Wasser für eine gründliche Reinigung zu haben.5. Bericht von der Wanderung 18. Mai
Mein Mann berichtet heute, dass er gemütlich in der Sonne gefrühstückt hat. Er läuft jetzt auf dem Bergslagsleden. Ein Wanderweg durch eine ehemalige Bergbauregion. Heute konnte er eine alte Eisenhüttenstadt besichtigen. Die Gebäude waren noch gut erhalten und er hat das größte Wasserrad Schwedens angesehen. Natürlich gab es ein Café, in zwei alten Eisenbahnwagons untergebracht. Glutenfreien Kuchen gab es nicht, sondern Schokoschaumküsse, Tee und Apfelsaft. Sein Wirt hatte sein EC-Kartenlesegerät nicht dabei, so dass es erst einmal eine günstige Mahlzeit war. So wie ich ihn kenne, wird er von zu Hause aus seine Zeche überweisen. Sonst ist es üblich in Schweden immer mit Karte zu bezahlen. Der Mann hat seinen Kamera geladen, sie ist jetzt bereit für die nächsten 100 Bilder. Leider funktioniert das Navi nicht sicher. Es gibt Probleme beim Akku aufladen. Um so besser, dass der Wanderweg gut ausgebaut und beschildert ist. Bei einer Rast in einer der Hütten hörte er Stimmen. Eine Gruppe Schüler die Outdoorwandern auf dem Stundenplan haben und ihn neugierig befragten, woher er käme und wohin er den wolle. Die Strecke von ca. 360 km Länge, die er bereits zurückgelegt hat, flößte einigen der Turnschuhwanderer großen Respekt ein. Meine Mann ist immer noch sehr begeistert von der Landschaft.Und sonst? Anfang der Woche hat er eine Apotheke aufgesucht. Ausgerüstete mit Salbe und Tape geht es seinem Schienbein eher besser. Verschlechtert hat es sich zumindest nicht. Durch den Abstecher in die Stadt, hat er seinen Weg kurzzeitig verlassen und ist eine parallele Straße gewandert. Sicher nicht so schön, wie die vorgesehene Route. Die hilfsbereiten Schweden haben ihn dann wieder mit zu seiner Strecke genommen.
4. Bericht von der Wanderung 15. Mai
Mein Mann ruft immer noch regelmäßig zu Hause an, aber mittlerweile nicht mehr aus Einsamkeit. Gestern hat er sogar 14 Menschen gesehen. Und sich mit Einigen unterhalten. Er hat jetzt das erste Bundesland hinter sich gelassen und ist jetzt im Örebro Län unterwegs. Heute Abend wird er schon etwa 230 km zurückgelegt haben. Die letzte Etappe scheint eine Verbindung zwischen zwei bekannten und bewährten Wanderwegen gewesen zu sein, schlecht beschildert und nicht schön zu laufen. Jetzt erzählte er, ist es wieder Wunderschön! Urtümlich, war das Wort was er benutzte. Das Wetter gestern war wechselhaft, immer wieder mit Schauern, zunehmend wärmer. Leider ist sein Bein nicht ganz in Ordnung. Er beschreibt Schmerzen am Schienbein, oberhalb des Wanderschuhs. Nicht bei jeder Bewegung, aber immer wieder. Er überlegt einen Pausentag einzulegen, sich eine Salbe zu organisieren. Heute Abend ist er in einem kleinen Städtchen, in dem es sicherlich einen Laden gibt. Eine Übernachtung mit Dusche habe ich keine gefunden. Vielleicht ist es vor Ort einfacher, sich etwas zu suchen. Wir haben die Vermutung, dass die Sehne etwas angegriffen ist. Einen Elch hat er noch nicht gesehen, wohl aber früh gehört. Jetzt wo er immer mehr Menschen trifft, wird es sicherlich unwahrscheinlicher einen zu sehen. Am Freitag traf er dann EINE SCHLANGE, vermutlich eine Kreuzotter. 3 Schlangenarten soll es in Schweden geben, Kreuzotter und Ringelnatter kommen in der Gegend vor. Sie hat sich vor der Kamera positioniert, ob es wirklich eine Kreuzotter war, werden wir beim Vergleich der Bilder sehen.Auch die anderen schwedischen Tiere lassen sich gerne ablichten, so dass der ein oder andere Vogel noch bestimmt werden kann.3. Bericht von der Wanderung 12. Mai
Zwar kommen die Berichte vom Mann recht regelmäßig, jedoch schaffe ich es nicht immer zeitnah etwas zu schreiben: Er ist gut unterwegs, gut gelaunt, beeindruckt von der Natur um ihn herum. Montag kam er wie geplant an einen Laden zum Einkaufen, Gestern berichtete er von einem kleinen Café, in dem es sogar mehrere glutenfreie Kuchen zur Auswahl gab. Sein Kommentar: "Ich habe sie alle probiert". Die Landschaft, durch die er wandert, muss wunderschön sein. Ich bin gespannt auf die Bilder, die es geben wird, wenn er wieder da ist. Es müssten jetzt schon an die 500 sein, die er fotografiert hat. Wald, Seen und Hochmoorgebiete wechseln sich ab, zum Teil liegen keine Planken und er versinkt bis über den Knöchel, und er ist froh über die Hose mit integrierter Gamasche. Die Wege sind je nach Kreis unterschiedlich gut markiert, und er ist ein paar Kilometer extra gelaufen, weil er sein Navi nicht ausführlich genug befragte. Mittlerweile berichtet er auch immer öfter über Menschen, die er trifft und mit denen er ein Schwätzchen hält. Zur Zeit ist noch Vorsaison in Schweden und wenig los. Zum Übernachten sucht er sich nach wie vor gerne Hütten. In der Karte sind sie blau, rot oder schwarz eingetragen, die Blauen ganz einfach, die Roten zum Teil mit Heizung und Strom, die Schwarzen kostenpflichtig - wenn wir es richtig verstanden haben. Zusätzlich gibt es noch Wetterschutzhütten, dreiseitig geschlossen. Gezeltet hat er auch schon, allerdings ist der Boden stellenweise so matschig, dass er dort lieber kein Zelt aufbaut. Zu groß ist die Befürchtung am nächsten Morgen 10 cm tiefer aufzuwachen und sich und das Zelt mühsam aus dem Schlamm wieder herausziehen zu müssen. Zwischendurch gab es mal Regen und Wind bei Kälte, dass war wohl etwas ungemütlich, aber er liebt das kalte Wetter zum Wandern und kommt gut vorwärts.2. Bericht von der Wanderung 07. Mai
Heute rief der Mann schon Vormittags an. Froh gelaunt, die ersten 3 km heute schon gelaufen. Bisher sind regelmäßig Holzhütten an seinem Weg, die er zum Schlafen nutzt. Von der letzten Nacht berichtete er, dass es ihm zu warm war. Nachdem er die erste Nacht noch gefroren hat, scheint er sich jetzt an die Kälte gewöhnt zu haben. Oder, auch in Schweden wird es langsam wärmer. Er schwärmt von schönen Landschaften, Moore, Schonungen, Seen und das Ganze mit optimalen Wanderbedingungen, Menschen hat er gestern getroffen, Elche noch nicht, dafür ein Eichhörnchen. Schmetterlinge gibt es schon, andere als zu Hause. Das Geläuf ist wohl anstrengend, für mich sieht es auf der Karte so aus, als würde es immer rauf-runter-rauf-runter gehen, nur wenige Höhenmeter, aber immer mit Steigung oder Gefälle. Montag trifft er hoffentlich auf eine Stadt, damit er Nahrung auffüllen kann.1. Bericht von der Wanderung 04.Mai
Für Alle, die neugierig nicht erwarten können, bis der Mann wieder von seiner Wanderung zurück ist und selbst etwas berichtet, werde ich, die Daheimgebliebene, unsere Telefonate zusammenfassen. Leider kann ich kein HTML und bin mir noch nicht sicher, ob ich die Formatierung irgendwann erlerne. Bis dahin muss es so gehen Der Mann ist nach knapp 1,5 Tagen in Schweden angekommen und losgelaufen. Froh, in das Navi investiert zu haben, die Wege sind zwar markiert, aber bei Abzweigungen ist keine Richtung angegeben. Er ist die ersten 20 km gelaufen, durch eine wunderschöne, noch winterliche mit Spuren von Schnee bedeckten Landschaft, unterwegs auf kleinen Pfaden, durch Wald und Moor. Einsam ist es, gerade mal einen Menschen, im vorbeifahrenden Auto, konnte er heute erblicken. Die Nacht verbringt er in einer kleinen Hütte, und bis jetzt reichten seine stromerzeugenden Geräte um sich zu Hause zu melden und anschließend den Akku wieder zu laden. Vom Elch konnte er zwar Spuren erblicken, nicht jedoch das Tier selbst. Noch nicht!Südschweden
Ich wandere von Mora in Mittelschweden 1105 km nach Süden, nach Halmstad. Es geht durch Dalarnas län, Örebro län, Västra Götalandslän, Jönköpings län nach Hallands län. Dabei werde ich auf der Anreise ein paar Stunden in Stockholm verbringen. Es gibt Leute, die sagen, Schweden fange erst richtig nördlich von Stockholm, also Mora, an. Andere sagen etwa 86 % der Schweden wohnen südlich von Mora. Beides ist richtig. Aufregend wird es in jedem Fall. Zum Beispiel der Hornborgasjön, an dem die Kraniche sich paaren und tanzen. Oder der sehr klare Vätternsee, den ich eigentlich nur streife. Dafür erlebe ich den Vänernsee ein bisschen ausführlicher. Auch Göteborg werde ich sehen und die bezaubernden Strände südlich von dort. Was werde ich nicht sehen: die Steilküste südlich von Halmstad, oder die Glasbläser in Småland. Wahrscheinlich auch keinen Luchs oder Braunbären. Vielleicht nicht mal einen Elch. Es wird trotzdem Interessantes zu berichten geben. Im Mora starte ich am Stiljansleden und komme nach ein paar Zwischenetappen zum Bergslagsleden (Kloten - Stenkällegården). Ab Höhe Jönköpping kommen Västra Vätterleden (Stenkällegården - Mullsjö), Sjuhäradsleden (Mullsjö-Hindas), Vildmarksleden (Hindas - Skatås) und schwupp ... bin ich in Göteborg. Von dort laufe ich zum Bohusleden (Kasjön - Blåvättnerna) und danach auf dem Hallandsleden (Blåvättnerna - Halmstad) zu meinem Ziel.